Waschanleitung

Wasser: Wasser ist das wichtigste Windelwaschmittel. Legen Sie unbedingt einen Spül- und Schleudergang vor der Windelwäsche ein, um den Urin vor dem Waschen auszuschleudern. Waschen Sie Ihre neuen Windeln 3x mit ausreichend Waschmittel vor dem ersten Gebrauch. Naturfaserwindeln erreichen nach ca. 10x Waschen die volle Saugleistung.

Waschmittel: Verwenden Sie die vom Hersteller angegebene Dosierung, und achten Sie auf ein gutes Spülergebnis, um Rückstände in der Windel auszuschließen. Ist im letzten Spülgang noch Schaum in der Maschine, war die Waschmittelmenge zu hoch, die Waschmaschine überfüllt oder der Wasserstand zu niedrig. Bitte verwenden Sie
seifenreduzierte (weniger als 15% Seife) Waschmittel ohne Enzyme, wie TotsBots Potion, Sonett Color Mint + Lemon für Funktionsstoffe, Almavin Pulver, Rockin Green, etc. Viele Anbieter von natürlichen Waschmitteln, wie Almavon, Sodasan und Sonett bieten mittlerweile auch Pulverwaschmittel an, die besonders gut geeignet sind - bitte fragen Sie nach! Geben Sie Flüssigwaschmittel nie ins Einspülfach - Schimmelgefahr! Dann gibt es auch keine Probleme mit stinkenden Windeln. Verwenden Sie keine Waschmittel, die kationische Tenside enthalten, diese reduzieren die Saugfähigkeit der Windeln und blockieren StayDry Membranen.

Waschmittel auf Seifenbasis, wie klassisches Sodasan, Almavin, Waschnüsse, etc… eignen sich nur für reine Naturfaserwindeln und im Wechsel mit einem seifenfreien Waschmittel, da Seife immer etwas rückfettend wirkt und so die Flüssigkeitsaufnahme reduziert.
Seife macht zudem Stay-Dry Oberflächen und Mikrofaser wasserabweisend. Wasser perlt dann ab, statt aufgesaugt zu werden. Die Windeln laufen schnell aus. Leider fettet mittlerweile auch das Ecover Flüssigwaschmittel auf Polyester zurück. Leider besteht diese Gefahr bei allen Flüssigwaschmitteln, die aus Pfanzenölen gemacht sind. Planzenöle sind Naturstoffe und damit nicht standardisiert, sodaß die Verseifungszahl niemals 100% angepasst werden kann. Dies führt dann, je nach Charge, zum Erhalt von einigen Prozent Fett im Waschmittel, die dann eben bei Polyester eine wasserabweisende Wirkung auslösen. Deshalb ist es sinnvoll, hin und wieder die Membranen auf Durchlässigkeit zu testen, da sich ein Waschmittel auch von Charge zu Charge verändern kann.

Mikrofaser niemals mit Seife, hochdosiertem Waschsoda oder öl-/ seifenbasierten WM und Pulverenthärter waschen, 
die Windeln saugen sonst nicht mehr. Ich empfehle für Mikrofaser den Ulrich Entkalker bei Überalkalisierung.

Mittlerweile ist in fast allen Supermarkt-Colorwaschmitteln das Enzym Cellulase enthalten, das Viskosefasern wie Bambus und Tencel  (in geringerem Ausmaß aber auch Baumwolle) stark beschädigt. Bambuswindeln werden nach kürzester Zeit hart und kahl. Solche Schäden werden nicht von der Garantie abgedeckt, da Cellulase ausdrücklich nicht zum Windelwaschen geeignet ist.
Naturseife (auch Saponine, etc... in Sodasan, Almawin, Waschnüsse, ... bitte schauen Sie auf die Inhaltsstoffe des Waschmittel) lagert sich in den Windeln ab, verringert die Feuchtigkeitsaufnahme. Für reine Naturfaserwindeln ist das kein Problem, sofern man hin und wieder mit seifenfreiem Waschmittel oder ganz ohne Waschmittel wäscht (das die eingelagerte Seife entfernt), für alle Kunstfasern ist Seife aber ungeeignet. Mikrofaser wird durch Seife sehr schnell "imprägniert", Wasser perlt ab, wie auf Teflon. Die Windeln nehmen keine Feuchtigkeit auf und laufen sofort aus. Fleece wird undicht und auf der glatten Seite von PUL (Überhosen) bildet sich eine Seifenschicht, die die Feuchtigkeit nach aussen leitet - die Überhosen werden undicht. Deshalb kombiniert man Seife oft mit Waschsoda, das fettlösend wirkt. 
Seifenrückstände kann man gut mit dem Ulrich Fleckenlöser Spray entfernen. Einfach die betroffenen, nassen Oberflächen besprühen und eine Stunde einwirken lassen. Dann wie gewohnt waschen. Bei Auslaufproblematik eventuell auch mal entkalken, um einen Basenüberschuss abzupuffern.


Weich/ Hygienespüler: Verwenden Sie keinen Weichspüler oder Hygienespüler, er nimmt den Windeln die Saugfähigkeit. Desinfizieren kann man mit reiner Sauerstoffbleiche, wie z.B. das Ulrich Fleckensalz eines ist. Bitte niemals direkt auf den Fleck auftragen, sondern nur ins Einspülfach dosieren. Bitte beachten Sie bei den angebotenen Sauerstoffbleichen die Aktivierungstemperatur (bei Ulrich 60°C), ist ein Kaltaktivator enthalten, dann aktiviert dieser bei 30°C. Bitte waschen sie PUL Stoffe nicht mit Sauerstoffbleiche, das reduziert die Lebensdauer der wasserdichten Membrane.

Flecken: Flecken von Stillstuhl sind nicht UV-stabil. Hängen Sie die Windeln einfach an die Sonne, die Flecken verschwinden ganz schnell. Sauerstoffbleiche (Ulrich Natürlich Fleckensalz) hellt etwas auf, ist aber immer vorsichtig zu dosieren, niemals direkt auf den Fleck auftragen. Sie können hartnäckige Flecken unmittelbar vor dem Waschen mit ImseVimse Fleckenseife bei Baumwolle und Viscose oder Ulrich Fleckenspray bei StayDry oder anderen Polyesteroberflächen vorbehandeln.

Klettverschlüsse: Schließen Sie die Klettverschlüsse vor dem Waschen auf dem Gegenflausch. Sonst verfangen Sie sich im Stoff und schädigen diesen. Stoffschäden durch offene Klettverschlüsse sind von der Garantie ausgenommen.

Lagern schmutziger Windeln: lagern Sie die schmutzigen Windeln vor dem Waschen in einem möglichst geruchsdichten Windeleimer. Spülen Sie Stuhlflecken vor der Lagerung im Windeleimer aus, damit sie nicht eintrocknen. Lagern Sie die Windeln möglichst kühl im trockenen Eimer, um das Ausgasen von Ammoniak zu verhindern. Ammoniak greift die elastischen Abschlüsse und den feinen Bambusfrottee an und zersetzt diese Stoffe. Deshalb den Eimer kühl stellen, also weder an die Sonne stellen, noch an die Heizung oder auf die Fussbodenheizung.
Lagern sie ihre schmutzigen Windeln niemals länger, als 2 Tage, da die Gefahr von Schimmelbildung besteht und auch die Stoff dadurch Schaden nehmen können.

Trocknen: Verzichten Sie aus ökologischen Gründen auf einen Wäschetrockner. 2-3 Windeln mehr kosten wesentlich weniger, als die Energiekosten für einen Trockner und sind viel umweltverträglicher. Ist ein Wäschetrockner unumgänglich, stellen Sie ihn bitte auf “Bügelfeucht” und trocknen Sie die Windeln auf der Leine fertig, um eine Überhitzung auszuschließen. Trocknen Sie die Windeln immer vollständig durch. Feucht zusammengelegte Windeln werden muffig, auch Bakterien können sich vermehren.

Waschmittelempfehlungen sind immer nur Momentaufnahmen, da die Rezepturen leider ständig geändert werden. Wir übernehmen keinerelei Gewährleistung für fremde Waschmittel. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Waschmittelhersteller über die Eignung für den von Ihnen gewählten Windelstoff. Fragen Sie nach bei Almavin, Sodasan, Klar, Sonett Color, Ulrich natürlich, ... Bei konventionellen Waschmitteln eignen sich Pulverwaschmittel für Buntwäsche (Bitte ohne dem Enzym Cellulase!) besser als Weißwaschmittel. Weißwaschmittel enthalten häufig optische Aufheller, die für Windeln ungeeignet sind. Auch ein ständiges Waschen mit Bleichmitteln auf Sauerstoffbasis reduziert die Lebensdauer der wasserdichten Stoffe.

Hautcreme: bitte verwenden Sie weder Wundschutzcremes noch Lanolin- oder Fettcremes ohne Wegwerfvlies. Diese Cremes lassen sich kaum mehr aus den Windeln auswaschen und blockieren die Saugfähigkeit der Windeln. Bitte waschen Sie auch keine selbstgemachten Öltücher mit den Windeln. Das Öl verklebt die feinen Filamente der hochsaugfähigen Funktionsfasern im Inneren der Windel. Ohne diese Funktionsfasern saugt die Windel nicht mehr. Feuchttücher macht man am besten, indem man ein Stofftuch einfach mit Wasser befeuchtet. Möchte man einen Duft am Babypopo, bieten sich Hydrolate an, wie Rosenhydrolat, die
ohne chemische Zusätze gemacht sind. Damit befeuchtet man den Babypopo und wischt ihn dann mit einem Stofftuch trocken. Damit reinigt man die Haut und bietet gleichzeitig eine sanfte Pflege. Mischt man das Hydrolat mit etwas Mandelöl, hat man bei trockener Haut auch eine rückfettende Wirkung. Bei solchen Mischungen bitte vor dem Gebrauch kräftig schütteln, damit sich Hydrolat und Öl vermischen.


Meine Windeln sind nicht mehr so weich, wie Anfangs. Was soll ich tun?

Harte Windeln entstehen aus 2 Gründen. Hartes Wasser und Waschmittelrückstände. Bei hartem Wasser wird in den Windeln Kalk eingelagert, der an Waschmittelrückständen auskristallisiert.
Entkalken/ entseifen kann man die Windeln, indem man sie eine halbe Stunde in einen Eimer mit laumwarmen Wasser und etwas Zitronensäure oder Ulrich Milchsäure Enthärter einweicht. Danach in der Waschmaschine ohne Zugabe von Waschmittel waschen. Bitte weichen Sie die Windeln nicht ständig ein, das reduziert die Lebensdauer der weichen Fasern und der elastischen Abschlüsse. Schütteln sie die Windeln nach dem Waschen kräftig aus, damit sich die vernähten Stofflagen voneinander lösen und die Windel dadurch wieder geschmeidiger wird.

 

Meine Windeln stinken. Was soll ich tun?

Die erste Frage ist natürlich, wonach die Windeln stinken. Stinken sie nach Urin, dann wurden sie nicht ausreichend gespült oder sind überalkalisiert. Man kann den eingelagerten Urinstein/ Ammoniakgeruch mit etwas saurem Wasser lösen (einige Esslöffel Zitronensäure oder Ulrich Entkalker in einen Eimer Wasser) - nicht länger als 30 min - und anschließend waschen.

Riechen sie muffig, faulig, dann sind die Windeln zu allererst zu desinfizieren. Bakterien haben sich vermehrt. Entkalken Sie zuerst die Windeln, um Rückstände auszuwaschen. Waschen Sie die Windeln dann bei 60°C mit viel Waschmittel und einem intensiven Programm von 2,5 - 3 Stunden. Verwenden Sie dabei
Sauerstoffbleiche als Desinfektionsmittel (im Supermarkt, Ulrich Fleckensalz oder im Potion Waschmittel bereits enthalten). Spülen Sie die Windeln anschließend mehrmals oder legen Sie einen weiteren Waschgang ohne Waschmittel ein. Trocknen Sie die Windeln nun immer vollständig durch. Fauliger Geruch entsteht immer in Zusammenhang mit Rückständen und Feuchtigkeit in der Windel. Gut spülen und Durchtrocknen ist also oberstes, hygienisches Gebot. Möglichst an der Sonne, da UV-Strahlung nochmals natürlich desinfiziert.

Leider stehen stinkige Windeln (Urin) häufig in Zusammenhang mit ineffektiven Waschmaschinen. Diese spülen oft trotz 2-maligem Spülen und Wasser-Plus-Tasten nicht ordentlich. Das weiss ich aus eigener, leidvoller Erfahrung. Steigt man dann auf eine gute Waschmaschine um, dann löst sich das Problem plötzlich. Erkundigen Sie sich daher vor dem Kauf einer Waschmaschine ausgiebig und sparen Sie nicht allzu sehr bei der Anschaffung. Die Probleme einer schlechten Waschmaschine betreffen ja nicht nur die Windeln, sondern die gesamte Wäsche, die dann niemals wirklich frisch ist.


Faulig stinkende Windeln entstehen oft, wenn man Küchenhandtücher gemeinsam mit den Windeln bei 40°C wäscht. In so einem Fall empfehle ich Waschmittel, die schon bei geringen Temperaturen desinfizieren, wie das Potion Waschmittel. Sie können aber auch einen Messlöffel Sauerstoffbleiche zugeben, um die Bakterien abzutöten. Normale Sauerstoffbleiche wirkt aber erst ab 60°C und sollte nur für Saugstoffe, nicht für PUL verwendet werden.

Die Waschmitteldosierung hängt von folgenden Dingen ab:
1. Material der Windeln: Mikrofaser braucht deutlich weniger Waschmittel, als Baumwolle und andere Naturfasern
2. Wasserhärte: Dosierempfehlung des Waschmittels beachten
3. Verschmutzungsgrad: Dosierempfehlung des Waschmittels beachten
4. Spülergebnis der Waschmaschine: der letzte Spülgang muss schaumfrei sein. Ist beim letzten Spülgang noch Schaum in der Maschine, spült die Waschmaschine nicht ausreichend und man muss die Dosierung zurücknehmen oder bei jedem Waschgang nochmals nachspülen. Sonst zieht Nässe am PUL-Stoff (wasserdichte Membrane) hoch.


Probleme mit stinkigen Windeln haben mehrere Ursachen:

  1. Ineffektive, schlecht spülende Waschmaschinen
  2. Wasserspar-Programme moderner Waschmaschinen
  3. Waschmaschinen schleudern meist nur am Ende des Waschgangs, nicht nach der Vorwäsche, nicht nach der Hauptwäsche.
  4. Moderne Windeln halten die Feuchtigkeit (Urin, aber auch Waschwasser) besonders gut fest
  5. zu hoch dosiertes Waschmittel, Waschsoda oder Enthärter
  6. zu niedrig dosiertes Waschmittel ohne Sauerstoffbleiche (vor allem, wenn Küchenhandtücher gemeinsam bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden)
  7. Windeln werden nicht ganz durchgetrocknet
Deshalb empfehle ich einen Spülgang mit Schleudern, bevor man die Haushaltswäsche dazugibt. Dadurch wird der Urin einmal ausgeschleudert, bevor man den Waschgang beginnt. Frisch macht auch ein Esslöffel Kristallsoda (nicht mehr!) zusätzlich zum Waschmittel (bei Baumwollwindeln. Bei Mikrofaser eher kontraproduktiv - da empfehle ich Sauerstoffbleiche als Waschkraftverstärker).

Zum Ulrich Waschmittel: das ist sehr stark konzentriert, sodaß fast immer überdosiert wird. In Verbindung mit den wassersparenden Waschmaschinen führt das dazu, daß das Waschmittel nie mehr aus der Wäsche kommt, sondern immer mehr wird. Besonders fatal ist es, wenn das Waschmittel in das Einspülfach kommt und nicht direkt in die Trommel. Dann verklebt die zähe Flüssigkeit die Einspülwege und wird bei jeder Wasserzufuhr in die Trommel gespült. Beobachten Sie den letzten Spülgang Ihrer Waschmaschine. Sehen Sie immer noch jede Menge Schaum, dann war zuviel Waschmittel und zu wenig Wasser in der Maschine. Bitte nur direkt in die Trommel dosieren. Dann ist Ulrich ein sehr gutes, effizientes und ökologisches Waschmittel.

Bitte trocknen Sie Ihre Windeln immer vollständig durch. Kernfeuchte Windeln sind eine Bakterien- und Schimmelpilzbrutstätte und werden so zwangsläufig stinken und die Haut reizen.